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Peter Kremer


“Ich bin hier”

Interview mit Peter Kremer von HG Stricker & Andreas Hardt

Die Spielzeit 2007 ist nunmehr zu Ende gegangen. Rund245.000 Zuschauer besuchten die 72 Aufführungen von „Winnetou I“. Unisono wurden die guten bis sehr guten Darstellerleistungen von den Besuchern gelobt. Neben dem neuen Winnetou-Darsteller Erol Sander wusste insbesondere Santer Darsteller Peter Kremer zu begeistern. In einem persönlichen Gespräch mit den WWR zog der sympathische und unkomplizierte Schauspieler sein eigenes Fazit zur Saison und sprach dabei auch über seine Vergangenheit als Fernsehkommissar.

WWR: Lieber Peter, mit deiner Verpflichtung hat die Kalkberg GmbH in diesem Jahr vielen Fans einen lange gehegten Traum erfüllt.

PK: (grinst) Dabei bin ich ja noch nicht mal als Kommissar aufgetreten!

WWR: Aber die Rolle des Kommissars hat dein berufliches Leben nachhaltig geprägt. Die Krimiserie „Siska“ sollte die Kultserie „Derrick“ ablösen. Wie fiel die Wahl zur Besetzung des Hauptdarstellers gerade auf dich?

PK: Ich habe in den 90er Jahre verschiedene Gastrollen in Kriminalserien des ZDF gespielt. Dabei bin ich den Produzenten aufgefallen. 1998 erhielt ich dann die konkrete Anfrage. Ich weiss es noch genau, ich war gerade im Garten als das Telefon klingelte. Der Produzent kam ohne Umschweife zur Sache und fragte, ob ich im folgenden Jahr langfristig zur Verfügung stehen könne.

WWR: Auf welche TV – Erfahrungen konntest du zu dieser Zeit zurückblicken?

PK: Eher geringe. In den 18 Jahren vor „Siska“ habe ich meistens Theater gespielt. Als meine Kinder geboren waren habe ich sogar das auf ein Minimum zurückgeschraubt und möglichst viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Aber 1998 passten alle Umstände perfekt zusammen.

WWR: Wo liegen deine beruflichen Wurzeln?

PK: Meine Ausbildung erhielt ich auf der Schauspielschule in Essen.

WWR: Von dort stammen viele bekannte Schauspieler. Hast du dich ganz bewusst für diese Schule entschieden?

PK: (lacht) Klar! Denn sie lag nur einige Minuten von unserer Wohnung entfernt! Es ist damals wie heute dort unheimlich viel los. Tanz, Fotografie, Bildhauerei – die Möglichkeiten waren gewaltig. Diese Studienzeit war schon ein Traum. Es gab eine strenge Auswahl durch sehr gute Lehrer.

WWR: Als Nachfolger einer solchen Kultfigur wie Derrick besetzt zu werden – ist das ein sechser im Lotto?

PK: Kommt drauf an – betrachtet ihr das aus finanzieller oder künstlerischer Hinsicht?

WWR: O.K., betrachten wir es differenziert.

PK: Finanziell bedeutete es natürlich eine gewisse Unabhängigkeit, die auch für die Jahre nach „Siska“ wichtig war. Damit eröffnete sich mir die Möglichkeit, Rolle gezielt auszuwählen und gewisse Anfragen auch mal abzulehnen. Die Rolle erwies sich allerdings dann auch im Laufe der Zeit als so präsent und stark, dass ich auch da froh war, sie angenommen zu haben.

WWR: Wie lange hat die Entscheidung benötigt?

PK: Ich habe mir schon 2 Wochen Bedenkzeit ausbedungen um mich mit Freunden und Kollegen auszutauschen. Immerhin wusste ich, dass ich mich auf ein Genre und ein Klischee festlegen würde. Das will wohl überlegt sein.

WWR: Die Figur des Kommissars Siska hast du dann doch über 5 Jahre gespielt.

PK: Das ist der Punkt! 5 Jahre sind nicht 10 oder 20! Ich glaube ich konnte zum richtigen Zeitpunkt aussteigen, bevor ich in einer lebenslänglichen Anstellung als Kommissar enden würde. Dafür war mir das Ganze dann doch inhaltlich zu schwach. Alle Geschichten rund um diese Figur waren erzählt und wir hatten alles mal durchgespielt.

WWR: Der Serienausstieg war ja dramaturgisch sehr ungewöhnlich (Kommissar Siska wurde von einem Kind erschossen – Anm. d. Autoren). Warst du an der Konzeptionierung dieser Story beteiligt?

PK: Zuerst einmal muss ich sagen das ich es sehr schade fand, dass das ZDF die Chance vertan hat, mein Serienende öffentlichkeitswirksam zu vermarkten. „Siska“ verschied somit eher unbeachtet. Die Serie hatte nun doch grosse Popularität gewonnen. Ich habe danach Unmengen von Menschen gesprochen die regelrecht schockiert waren, dass meine Rolle so scheinbar plötzlich endete. Das Publikum war völlig unvorbereitet. Die Grundidee für diesen ungewöhnlichen Rollentod stammt allerdings ausschließlich vom Autoren. Ein so unschuldiges Wesen wie ein Kind, das nichts anderes will als die eigene Mutter zu schützen als Täter zu präsentieren war schon sehr ausgefallen.

WWR: Sind diese Dreharbeiten etwas besonderes gewesen?

PK: Oh ja! Ich sehe es noch wie heute vor mir. Als der Schuss fiel… und der Zuschauer konnte dann später in diesem Moment noch gar verstehen was da passiert war. Und Siska selbst wie überrascht, im schlimmsten Fall geschockt. Und erst nach erheblicher Verzögerung realisiert er dann das Blut und kippt um.

WWR: Wie waren denn die ersten Reaktionen auf diese Szene?

PK: (lacht) Mein Sohn meinte, Siska würde aber ziemlich lange für das Ende brauchen. Aber ich fand, dass man nach 6 Jahren in den Wohnzimmern der Menschen nicht so einfach verschwinden konnte.

WWR: Ein ungewöhnliches Ende für einen außergewöhnlichen Charakter. Konntest du auf die Entwicklung der Rolle auch Einfluß nehmen?

PK: Ich war natürlich im regelmäßigen Kontakt und Austausch mit Regisseur und Autor. Im gemeinsame Gespräch entwickelt man dann immer wieder neue Ideen und Anpassungen. Aber das Gefühl für das Machbare und Glaubwürdige wächst erst mit der Zeit.

WWR: Kannst du uns ein Beispiel geben?

PK: Im ersten Drehbuchentwurf sollte „Siska“ bei seinem Diensteintritt vom Schicksal seiner Frau erzählen. Nach einigen Versuche habe ich dann vorgeschlagen, den Zuschauer diesen doch so wichtigen Lebensabschnitt Siskas miterleben zu lassen. So wurden dann diese Szenen von Siskas Frau noch am selben Tag gedreht und eingebaut. Das war ein irres Arbeitspensum. Aber damit hoben wir uns sehr früh sehr eindeutig von dem alten „Derrick“-Konzept ab.

WWR: Welche Emotionen begleiteten sie in den Tagen und Wochen nach Drehschluß der letzten „Siska“-Folge?

PK: Da war schon etwas Wehmut mit dabei. Ein wichtiger Abschnitt meines Lebens war damit zu Ende gegangen. Mittlerweile habe ich dazu natürlich Abstand gewonnen und habe die Entscheidung auch nicht bereut.

WWR: Ist es in unserer heutigen kurzlebigen Medienlandschaft überhaupt noch vorstellbar, wie Horst Tappert 20 oder mehr Jahre in einer bestimmten Rolle zu spielen?

PK: Ich glaube schon. Noch heute sprechen mich Leute an und sagen, sie würden die Serie heute nicht mehr schauen weil ich nicht mehr dabei bin. Für meinen Nachfolger war das natürlich sehr schwer weil man aus Marketing-Gründen ja den Seriennamen nicht aufgeben wollte und er damit schon eher gegen mich als Vorgänger antreten musste. Wenn das Produkt stimmt, kann man dies auch sehr langfristig verkaufen. Aber es ist schwieriger geworden bei einem immer größer werdenden Angebot sich langfristig zu etablieren. Früher war das Publikum eher dankbar wenn es eine Identifikationsfigur gefunden hat. Heute wird ja häufig schon eine Produktion nach 6 Folgen eingestellt wenn die Quote nicht stimmt. Der lange Atem wird aber immer belohnt!

WWR: Mangelt es im Umkehrschluss den Produzenten in Deutschland an Riskofreudigkeit?

PK: Das kann ich nicht beurteilen da ich den Umgang mit Budgets nicht kenne. Das hängt sicherlich alles vom Geld ab.

WWR: Wie war dann die Zeit nach „Siska“?

PK: Ich wusste natürlich, dass man mich danach nicht mit Rollenangeboten überschütten würde. Aber ich konnte auch einiges sparen und zurücklegen. Damit hatte ich die Freiheit, meine Rollen und Engagements sehr sorgfältig auszusuchen. Es war nicht einfach, weil ich für viele Menschen eben doch untrennbar mit diesem Fernsehkommissar verbunden war. Also habe ich bewusst kleinere Rollen gewählt, die ich an der Seite von renommierten und bekannten Kollegen spielen konnte. Dabei waren auch einige sehr atypische Rollen für mich.

WWR: War man beim ZDF nicht bemüht, dir den Übergang in andere Rollenbilder zu ermöglichen?

PK: Nein, da war ich eher überrascht. Während Kollegen wie Tobias Moretti von ihrem Sender bewusst und gezielt nach ihrem Serienende zügig in neuen und anderen 90 minütigen Fernsehproduktionen eingesetzt wurden, hat das ZDF diese Chance gar nicht erkannt und auch nicht genutzt. Da war ich schon etwas traurig.

WWR: In welcher Rolle dürfen wir dich als nächstes im Fernsehen erleben?

PK: An der Seite von Veronika Ferres in dem zweiteiligen Fernsehfilm „Die Frau vom Checkpoint Charlie“, eine sehr ambitionierte Produktion.

WWR: Du bist Familienvater und deine Kinder (11 und 13 Jahre alt – Anm. d. Autoren) haben dich nun im „Wilden Westen“ erlebt. Wie waren denn deren Reaktionen?

PK: Ich war mir da im Vorfeld auch unsicher. Mein Sohn steht ja schon eher auf „Matrix“. Aber sie haben sich die Aufführung mehrfach angeschaut und waren von der Story und der Machart wirklich begeistert.

WWR: Was ist für dieses positive Erlebnis besonders wichtig gewesen?

PK: Neben der professionellen Art der Inszenierung einfach die Euphorie des Publikums. Wenn man sich davon anstecken lässt und dann auch noch gutes Wetter herrscht, dann ist das für jeden Besucher egal ob klein oder gross ein einmaliges Erlebnis.

WWR: Das Wetter in diesem Jahr….

PK: Das war schon etwas besonderes. Bei gutem Wetter ist das Spielen hier ja fast ein Selbstläufer. Aber bei schlechtem Wetter wird es in mancherlei Hinsicht zu einer besonderen Herausforderung. Denn dann stehen ja nicht nur wir bis über die Knöchel im Matsch, die Zuschauer weichen ja auch völlig auf. Wir konnten dem Ganzen ja noch immer etwas lustiges abgewinnen und den ein oder anderen Gag in die laufende Vorstellung einbauen. Aber die armen Zuschauer waren ja dazu verdammt auf ihren Sitzen zu verharren während der Regen auf sie niederprasselte.

WWR: Wie klingt das für dich da unten, wenn sich hunderte oder tausende in ihr Regenhemd kämpfen?

PK: Eine kaum zu beschreibende raschelnde knisternde Geräuschkulisse.

WWR: Wie schätzt du den Verlauf der Saison ein?

PK: Leider haben wir die 250.000 nicht mehr geschafft. Die letzten 4 Wochen waren enorm stark und haben maßgeblich für das Ergebnis gesorgt welches zu guter Letzt erreicht wurde. Aber noch zur Saisonmitte haben wir nicht im Ansatz mehr an 245.000 Zuschauer geglaubt.

WWR: Welchen Stellenwert hat denn so eine Geschichte wie Karl Mays Winnetou noch?

PK: Mir hat es vor allem persönlich sehr gut gefallen. Gut und Böse werden klar abgegrenzt und damit wird gerade für die Kinder eine klare Botschaft vermittelt. Ich selbst habe hier am Kalkberg vieles gelernt und erlebt was mir lange in Erinnerung bleiben wird. Das Reiten, die besonders enge Zusammenarbeit mit dem ein oder anderen Kollegen… das alles werde ich in guter Erinnerung behalten.
WWR: Wie hat dir ihre Rolle als Santer gefallen?

PK: Am stärksten war doch mein erste Auftritt. Mit drei unglaublich nachdrücklichen Worten, diesem fast geflüsterten düsteren „Ich bin hier!“ durfte ich einen Auftritt erleben, der manchem Zuschauer doch einen Schauer hat über den Rücken laufen lassen. Ein Gänsehautmoment! Danach ist es dann schon schwierig, das Level so hoch zu halten. Santer ist der Mann im Hintergrund, cool und überlegen. Ich brauchte keine Schlägereien und große Action – dafür ist dieser Typ doch viel zu souverän.

WWR: Hinter jedem Plan steckt ein Gehirn…

PK: Das bringt es auf den Punkt! Und das Gehirn war ich. Ich habe diese Eindrücke auch meinen Kollegen vom Staatstheater erzählt wo ich zwischen den Spielterminen immer für mein nächstes Engagement geprobt habe. Da wurde „Ich bin hier“ schon zum Running Gag wenn einer den anderen mal suchte. Also von so einem Auftritt kann man als Schauspieler nur träumen.

WWR: Was war das besondere Highlight der Saison?

PK: Ein besonderes Highlight möchte ich da gar nicht definieren. Ein unbeschreiblich schönes Erlebnis ist es einfach vor ein volles Haus zu treten, die Athmosphäre aufzunehmen und seinen ersten Satz zu sprechen.

WWR: Neben dir ritt Erol Sander in seiner ersten Saison als Winnetou.

PK: Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit hatte, mit Erol spielen zu dürfen. Für jemanden ohne jede Theatererfahrung finde ich, hat er seine Sache unheimlich gut gemacht.

WWR: Es gab einigen Wirbel um die Person Sander.

PK: Es ist sicherlich nicht einfach gewesen. Weder für die Zuschauer, das Umfeld oder die Verantwortlichen. Aber auch nicht für Sander selbst. Ich finde man sollte froh sein, dass man jemanden gefunden hat, der mit solcher Qualität bereit ist, diese Rolle zu übernehmen. Ich hoffe, dass sich im nächsten Jahr alle Beteiligten etwas leichter tun werden.

WWR: Gibt es auch etwas bei diesem Engagement was du unterschätzt hast?

PK: Oh ja! Das Risiko für Leib und Leben! Ich zog mir selbst im letzten Drittel der Saison eine schwere Verletzung bei einem Sturz zu. Die Arbeit mit den Pferden ist wahnsinnig herausfordernd. Eine schwere Rippenprellung und eine Kopfverletzung waren die Folge. Unmittelbar nach der Vorstellung fuhr mich ein Kollege ins Krankenhaus und ruck zuck lag ich in der Röhre. In der Folge mussten wir dann insbesondere das Schlussbild der Aufführung umschreiben da ich nicht mehr so spielen konnte wie vorher.

WWR: Ein Tipp für eventuelle interessierte künftige Segeberg-Darsteller?

PK: Oh ja! Man sollte sich durch Videostudium und Gespräche mit einigen Akteuren sehr gut informieren und das Risiko genau abwägen.

WWR: Hält das Peter Kremer von einer weiteren Segeberg Saison ab?

PK: (lacht) Na ja, da müssen wir eben über das passende Schmerzensgeld und Schutzkleidung verhandeln. Nein, im Ernst. Ich weiss ja jetzt genau worauf es ankommt und würde es jederzeit wieder machen.
WWR: Das heisst im Umkehrschluss, Peter Kremer war vor seiner Verpflichtung noch nie in Bad Segeberg?

PK: Korrekt! Nicht mal eine DVD habe ich mir angeschaut. Ausser einigen Erzählungen wusste ich nichts.

WWR: Uns ist aufgefallen, wie stark du mit Dirc Simpson still und textlos im Hintergrund interagierst. Habt ihr euch das selber ausgedacht und steht da z.B. im Textbuch „Santer gestikuliert wild zu Rattler“?

PK: Nein, im Textbuch steht der reine Dialog. Meine Aufgabe als Schauspieler ist es jedoch, auch in Phasen einer gewissen Passivität der Rolle Profil zu geben und diese mit anderen Mitteln zu gestalten. Aber das entwickelt sich auch von Vorstellung zu Vorstellung weiter. Anstatt nur auf dem Pferd zu sitzen und die Situation zu beobachten habe ich irgendwann entschieden auch mal abzusteigen, mich still an meine Kompagnons zu wenden. Deine ganze Leidenschaft zu diesem Beruf zeigt sich mit der Fantasie des Schauspielers solche Situationen zu beleben, zu spielen und auszufüllen.

WWR: Liegt in der eigenen Interpretation auch ein Risiko?

PK: Natürlich! Man muss die Grenzen erkennen, die die Rolle gebietet. Sonst überzieht man die Situation. Man muss wissen, wie die Hierarchien angeordnet sind, wo man beginnt, dem gesamten Spiel zu schaden.

WWR: Nachdem du mit so vielen TV-erfahrenen Darstellern hier agiert hast, könntest du dir auch eine Verfilmung ggfs. an der Seite von Erol Sander vorstellen?

PK: Wenn man mir den Santer als Filmrolle anbieten würde, dann würde ich natürlich sofort Ja sagen! In passender Landschaft mit solchen Kollegen – das wäre schon toll. Aber ich bin Realist genug zu wissen, dass die Chance für eine Neuverfilmung im Schatten der Pierre Brice sehr unwahrscheinlich ist.

WWR: Wer weiss – es sind diverse Karl May Projekte in den vergangenen Jahre bereits im Hörspielsektor realisiert worden. Aktuell wird von einer Verfilmung mit Sebastian Koch als Titelheld Kara ben Nemsi in einem Orientabenteuer berichtet.

PK: Das war mir so nicht bekannt. (überlegt) Ich als Santer – ja, das hätte schon was.

WWR: Werden dir deine Kinder einmal im Beruf folgen?

PK: Oh das glaube ich eigentlich nicht. Mein Sohn fühlt sich eher zu den Naturwissenschaften hingewiesen. Möglicherweise kommt das Interesse am Schauspiel ja noch bei meiner Tochter auf. Auf alle Fälle aber sollen meine Kinder selber über ihre Zukunft entscheiden.

WWR: Casting Shows sind heute auch für Kinder nichts unbekanntes. Wie stehst du zu solchen Projekten.

PK: Ich halte das für sehr gefährlich. Die Gefahr ist gross, dass die Kids den Boden unter den Füßen verlieren. Wenn da die Eltern nicht eng begleiten und die Kontrolle behalten, dann weiß keiner, was das für Auswirkungen auf den Charakter des Kindes hat.

WWR: Aber du bist nicht der erste Schauspieler in der Familie.

PK: Stimmt. Meine Mutter hat die Schauspielschule besucht, hat aber uns Kindern zu Liebe diesen Beruf weitestgehend an den Nagel gehängt. Verschiedentlich hat sie noch in Hörspielen mitgewirkt. Ich weiss noch, einmal durfte ich sie begleiten und hatte sogar einen Satz Text!

WWR: Hat Peter Kremer noch eine besondere Vision für sein Leben und seinen Beruf?

PK: Ich möchte jeden Tag glücklich und gesund mit meiner Familie leben können. Was der Beruf bringt, d.h. Rollen oder Themen, kann ich selbst sowieso nicht alleine beeinflussen.

WWR: Wie schaltet Peter Kremer in seiner Freizeit ab und tankt Kraft für neue Aufgaben?

PK: Ich spiele leidenschaftlich gerne Fußball und hoffe, dies auch noch möglichst lange tun zu können.

WWR: Da drängt sich Frage auf wer wohl Deutscher Meister wird!?

PK: Da ich seit 1966 deren Fan bin: Borussia Dortmund! Aber wenn es anders kommt – Hauptsache gut gespielt. Der beste soll gewinnen! Aber etwas schwermütig wurde ich dann doch, als ich meinen Sohn zum Stadion fuhr und der hielt die Fahne des FC Bayern München aus dem Fenster!

WWR: Lieber Peter, wir wünschen Dir privat wie beruflich alles Gute für die Zukunft und stets unfallfreies Spielen – im Film, im Theater und auf dem Fußballplatz.

Bilder: Andreas Hardt, Anna-Lena & HG Stricker



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