29. August 2010 | 19:06 | Geschrieben von Malte
Interview mit Van-Lam Vissay online!
Die diesjährige Inszenierung „Halbblut“ der Karl May Spiele von Bad Segeberg basiert auf dem Roman „Der schwarze Mustang“. Dort kann man folgende Passage lesen:
„An den Tischen saßen und auf den Lagern hockten wohl an die zweihundert Bahnarbeiter, kleine, langzöpfige Burschen mit gelber Gesichtsfarbe, hervortretenden Backenknochen und schief geschlitzten Augen, die sich erstaunt auf die beiden überlangen Gestalten richteten. „Pfui Teufel! Chinesen! Das konnten wir uns denken, denn man roch es schon von draußen. Kommt schnell in den kleinen Room, wo die Luft vielleicht genießbarer ist.“
Häufig beklagen May-Puristen die freie Auslegung der Romanvorlagen auf diversen Theaterbühnen. Doch derartige Passagen sind heute weder zeitgemäß noch geeignet, einem – in Teilen auch noch minderjährigen – Publikum zu präsentieren, da entstände ein gänzlich falsches Bild. Der Fairness halber sei jedoch darauf hingewiesen, dass der Chinese nicht nur bei Karl May zur Witzfigur verkam: in Lucky Luke Comics ist er stets genauso vertreten wie als Koch in der legendären Western-Fernseh-Serie „Bonanza“. Autor Michael Stamp hat in seiner diesjährigen Bearbeitung der Romanvorlage eine Figur eingearbeitet, die im erfreulichen Gegensatz zu der aus dem obigen Zitat hervorgehenden Haltung Karl Mays steht: ein freundlicher, konsequenter und selbständiger Charakter voller Mut und Einfallsreichtum: Hong Ki Tong. Das Anforderungsprofil für diese Rolle war nicht einfach zu erfüllen: neben der asiatischen Herkunft erwarteten die Verantwortlichen noch eine ganze Menge mehr von dem entsprechenden Darsteller. Dieser in der langen Geschichte der Karl May Spiele wohl einzigartigen Herausforderung stellte sich Van-Lam Vissay, der zwischenzeitlich auf der Hinterbühne am Kalkberg seinen 34. Geburtstag feierte.
Das Interview gibt es hier zu lesen.
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